Feldlerchenprojekt wird abgeschlossen und geht doch weiter

Das Weinländer Feldlerchenprojekt lief Ende 2020 offiziell aus. Vieles wurde erreicht. Dank initiierten Vernetzungsprojekten und BirdLife Zürich wird die Feldlerche auch künftig von wichtigen Fördermassnahmen profitieren können.

Das Projekt sensibilisierte die Landwirte für die Problematik der Ackervögel und animierte sie zur Umsetzung von konkreten Massnahmen für diese Arten. Flaggschiffart war die Feldlerche, aber von denselben Massnahmen im Ackerland profitieren auch Schafstelze, Schwarzkehlchen, Dorngrasmücke und Grauammer. Unzählige Beratungsgespräche und regelmässige Öffentlichkeitsarbeit haben dazu geführt, dass die Lerche, ihre Bedürfnisse und die Massnahmen zu ihrer Förderung bei den Landwirten und in der Öffentlichkeit heute bekannt sind. Der Andelfinger Naturschutzverein als Träger des Projektes hat sich gegenüber den Landwirten als zuverlässiger Partner erwiesen, der ihre Sprache spricht, ihre Anliegen ernst nimmt und Abmachungen einhält. Das ist eine gute Basis für eine zukünftige Zusammenarbeit.

Umsetzung Fördermassnahmen

Die 64 teilnehmenden Weinländer Landwirte haben dank dem Feldlerchenprojekt viele Massnahmen für die Ackervögel auf ihren Feldern umgesetzt. Die Fördermassnahmen auf den Produktionsflächen (FMP) wurden häufiger umgesetzt als Biodiversitätsförderflächen (BFF) auf Ackerland. Zu den FMP zählen Weite Saat im Getreide, Maiswiese, alte Getreidesorten, Sommergetreide und Feldlerchenfenster. Zu den BFF zählen Bunt- und Rotationsbrachen und extensive Wiesen und Säume auf Ackerland. Schon Ende 2015 konnte das hundertste Feldlerchenfenster unter Vertrag genommen werden. Die Menge der umgesetzten Massnahmen stieg mit jedem Projektjahr. Über die Jahre summiert wurden fast tausend Feldlerchenfenster angelegt. Im Jahr 2020 wurden auf 95 ha der Produktionsfläche Fördermassnahmen für die Ackervögel umgesetzt und vom Feldlerchenprojekt mit Beiträgen unterstützt.

Insgesamt haben die Landwirte im Weinland dank dem Feldlerchenprojekt 13,71 ha Biodiversitätsförderflächen (BFF), vor allem Bunt- und Rotationsbrachen, angesät. Den Landwirten wurde das Saatgut für die Brachen sowie einen Anreizbeitrag für ihre Massnahmen durch das Feldlerchenprojekt bezahlt – vorausgesetzt, die Massnahmen sind vorschriftsgemäss und in einem Lerchenfördergebiet ausgeführt worden.

Wirkung

Der Bestand der ehemals häufigen Feldlerche ist in den letzten Jahrzehnten schweizweit dramatisch eingebrochen. In vielen Teilen der Schweiz ist die Art bereits verschwunden. Der Rückgang verlief im Projektgebiet jedoch deutlich abgeschwächt. Die Massnahmen scheinen zu wirken. Dies konnte mit der projektbegleitenden Erfolgskontrolle und in einer studentischen Arbeit gezeigt werden. Nach einem Rückgang im Jahr 2018 konnte in den Jahren 2019 und 2020 wieder eine leichte Erholung des Feldlerchen-Bestands verzeichnet werden.

Ausblick

Die Förderung der Feldlerche geht auch nach dem Projektende weiter. In fünf Gemeinden (Andelfingen, Kleinandelfingen, Ossingen, Stammheim und Benken) konnten Vernetzungsprojekte initiiert werden. Dank diesen Vernetzungsprojekten erhalten die Landwirte weiterhin Beratung und Beiträge für ihre Massnahmen. In den bereits bestehenden Vernetzungsprojekten im Weinland konnte erwirkt werden, dass die Weite Saat als neue Massnahme für die Feldlerchenförderung aufgenommen wurde. In den wenigen Weinländer Gemeinden, in welchen es immer noch kein Vernetzungsprojekt gibt, wird der Kantonalverband BirdLife Zürich als neuer Träger das Projekt mit gestrafftem Massnahmenkatalog weiterführen. Die wichtigen Massnahmen zur Förderung der Ackervögel sind damit längerfristig verankert und werden auch über das Projektende des Feldlerchenprojektes hinaus weitergeführt.

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