Pünktlich zum Jahreswechsel ist der Jahresbericht 2018 zum Eisvogel an der Thur erschienen: Mit total 13 Brutpaaren war das Jahr 2018 das beste für den Eisvogel an der Thur seit Zählbeginn. Sorgen bereitet der stetig wachsende Erholungsdruck auf die Thur, dessen Folgen immer häufiger zu Brutausfällen führen.

Der überdurchschnittliche Bruterfolg vom Vorjahr und der darauffolgende eher milde Winter waren eine optimale Ausgangslage für die Brutsaison 2018. Auch die langjährigen Artfördermassnahmen zeigen eine gute Wirkung. 2018 siedelten sich erstmals seit dem 25-jährigen Monitoring 10 Brutpaare am nicht begradigten Flussteil (unterhalb Gütighausen) an. Der bisherige Rekord von 2016 mit 9 Paaren wurde also nochmals leicht überboten. Die 10 Paare sind rund doppelt so viele wie der Durschnitt in der letzten Dekade. Zusätzlich brüteten 3 weitere Paare bei Altikon, 1-2 davon allerdings auf der Thurgauer Seite. Mit total 13 Brutpaaren war das Jahr 2018 seit Zählbeginn also das beste Jahr für den Eisvogel an der Thur. Davon brüteten im Auenschutz-Perimeter 7 Paare.

Eine hohe Eisvogel-Dichte war 2018 vor allem im Thurabschnitt unterhalb von Andelfingen festzustellen. Auf den gut 6 Fluss-Kilometern brüteten 8 Paare – das ergibt eine Dichte von 1.3 Paaren pro Kilometer oder im Schnitt alle 750 Meter ein Brutpaar. Die bisher höchste Dichte lag bei genau einem Paare pro Kilometer.

Auf den Beobachtungstouren konnten immer wieder Eindringlinge beobachtet werden, die unter heftigem Warnen und Drohen vertrieben wurden. Es ist zu vermuten, dass 2018 im Unterlauf ein gewisser Dichtestress auftrat.

Oberhalb von Andelfingen brüteten hingegen wie in den letzten Jahren nur wenige Eisvögel. Es herrscht dort noch ein sehr grosses Potenzial, das es in den nächsten Jahren besser zu erschliessen gilt.

Zum rekordhohen Brutbestand kommt 2018 auch ein hoher Fortpflanzungserfolg, da grössere Hochwasserereignisse während der Brutsaison ausblieben. Im untersuchten Thurlauf wurden 13 Bruten erfolgreich hochgezogen, darunter 3 Zweitbruten. Hinzu kommen noch die ca. 3 erfolgreichen Bruten aus Altikon. Das langanhaltende Niedrigwasser hatte aber auch einen Nachteil: Einige mit Bruthöhlen besetzten Steilwände wurden durch das Trockenfallen der Kiesbänke für Prädatoren und Menschen zugänglich. Das meist sehr gute Badewetter lockte an Wochenenden Tausende von Erholungssuchenden, darunter auch sehr viele Bootsfahrende, an die Thur. 4 Brutausfälle waren wohl auf menschliche Störungen zurückzuführen (Thurhau, Wehri, vermutlich Inslen, Schiterberg).

Die Uferschwalbe brütete nach dem sensationellen Erstereignis 2017 leider im Nachfolgejahr nicht mehr an der Thur.

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