Nun zieht er wieder durch unser Land – der Fischadler. Zeitig im April taucht er auf seinem Weg von Afrika nach Nordeuropa regelmässig auch in der Schweiz auf. Dabei legt er gerne einen Zwischenhalt in den Thurauen ein. Es lohnt sich also zurzeit, nach dem eleganten Flieger mit den schlanken Flügeln Ausschau zu halten.

Früher war der Fischadler an der Thur und am Rhein heimisch. Der Fischfresser wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Schweiz durch menschliche Verfolgung ausgerottet. Die letzte Brut fand 1911 bei Ellikon am Rhein statt. Seither tritt der Fischadler nur noch als Durchzügler bei uns auf. Fast jedes Jahr kann man den Fischadler im April in den Thurauen beobachten, wie er entlang von Thur und Rhein patrouilliert. Manchmal verweilt er mehrere Tage oder Wochen im Gebiet.

Der Fischadler ist etwas grösser wie ein Rotmilan und ist im Flug an der typischen Silhouette zu erkennen, die an eine Grossmöwe erinnert. Die Unterseite ist hell mit dunklen Bändern. Auffällig ist auch seine dunkle Augenbinde.

Seit 1980 nehmen die Bestände in Nordeuropa wieder zu. Mittlerweile gibt es auch wieder Brutplätze im südlichen Deutschland und in Frankreich, die nur noch wenige hundert Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt liegen. Es besteht Hoffnung, dass der Fischadler schon bald auch wieder in die Schweiz zurückkehrt. Der Hochrhein und die Thurauen wären geeignete Brutgebiete. Es wurden auch bereits Artfördermassnahmen mit Kunsthorsten umgesetzt. Ungelöst bleibt allerdings das Problem mit dem intensiven Freizeitbetrieb, der die scheuen Vögel zu stark stören könnte. Seit einigen Jahren gibt es auch Bemühungen, den Fischadler in der Westschweiz wieder anzusiedeln. Wir sind gespannt.

Der Fischadler erinnert mit seinen hellen, schmalen Flülgen an eine Grossmöwe.
Kategorien: Naturbeobachtung