Das Oerlingerried ist enorm wichtig für unsere Natur

Das Oerlingerried ist eines der wertvollsten Naturgebiete im Zürcher Weinland. Die geplante Erweiterung stärkt seltene Tier- und Pflanzenarten und verbessert die langfristigen Überlebenschancen dieses national bedeutenden Moors. Darum soll die Einzelinitiative Moser am 14. Juni 2026 abgelehnt werden.

Das Oerlingerried ist der kleine Überrest eines ehemals riesigen Sumpfgebiets. Nur aufgrund technischer Schwierigkeiten blieb das heutige Ried von der Melioration verschont. Es steht heute im Bundesinventar der Moore und Moorlandschaften von nationaler Bedeutung. In den letzten 150 Jahren wurden in der Schweiz 90% der Feuchtgebiete entwässert. In der Folge sind viele spezialisierte Arten selten geworden oder ausgestorben. Die verbliebenen Restflächen reichen nicht aus, um die moortypische Flora und Fauna langfristig zu erhalten. Bund und Kantone versuchen deshalb, die Restflächen aufzuwerten und Moore zu regenerieren. Ein erster Schritt wurde 2021 im Oerlingerried umgesetzt, indem das Ried nach Westen erweitert wurde. Nur zwei Jahre später kehrte der Kiebitz als Brutvogel zurück. Die Kleinstkolonie brütet seither mehr oder weniger erfolgreich. Je grösser die Kolonie ist, desto besser kann sie sich gegen Krähen und andere Räuber verteidigen. Der zweite geplante Ausbauschritt kommt deshalb gerade recht. Zudem siedeln sich viele anspruchsvolle und störungsempfindliche Arten erst ab einer gewissen Gebietsgrösse an. Der ökologische Wert des Oerlingerrieds kann durch die geplante Erweiterung nochmals erheblich gesteigert werden.

Falschinformationen schüren unbegründete Ängste

Gegen diese Erweiterung richtet sich nun aber die Einzelinitiative Moser, obwohl sich diese gar nicht auf das Projekt anwenden lässt. Anstatt sich in der Begleitgruppe einzubringen, fährt Michael Moser dafür jetzt umso schwereres Geschütz auf. Wer die übergrossen Plakate und die aufwendige Website der UHG studiert, stösst auf zahlreiche Falschinformationen. So wird beispielsweise vor einer Mückenplage und Dengue-Fieber gewarnt. Fakt ist jedoch, dass sich Mücken nur bei Überschwemmungen entlang von Fliessgewässern übermässig vermehren können. Bei einigen zusätzlichen Tümpeln wird sich ein Gleichgewicht einstellen, das kaum zu einer spürbaren Zunahme der Mücken führt. Tigermücken, die das gefährliche Dengue-Virus übertragen, brüten zudem nur im Siedlungsgebiet. Weiter wird behauptet, dass unsere Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Auch das ist nicht der Fall. Vielmehr soll das Naturschutzgebiet auch für uns Menschen aufgewertet werden, indem Sitzbänke und eine Aussichtsplattform ein Naturerlebnis ermöglichen.

Landwirtschaft und Naturschutz sind kein Widerspruch

Auch wenn auf der Website mehrfach beteuert wird, nichts gegen den Naturschutz zu haben, zielt die Einzelinitiative genau darauf ab. Im Zentrum steht eine Parzelle im Besitz der Gemeinde Kleinandelfingen, die in das Projekt eingebunden werden soll. Weder erwirbt der Kanton diese Parzelle, noch findet eine Zweckentfremdung statt. Die Parzelle wird auch nach der ökologischen Aufwertung weiterhin landwirtschaftlich genutzt, allerdings künftig extensiv beweidet. Die Umstellung von einer intensiver auf extensive Nutzung stellt keine Zweckentfremdung dar. Die Drainagen sollen dabei bis auf weiteres verschlossen werden, könnten bei Bedarf aber ohne Verlust der Fruchtfolgequalität wieder aktiviert werden.

Biodiversität als Grundlage unserer Zukunft

Auch für die Biodiversität sind Flächen notwendig. Naturschutz und Landwirtschaft sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die biologische Vielfalt ist nicht nur die Lebensgrundlage für uns Menschen, sondern mit ihren Ökosystemleistungen auch die existenzielle Grundlage für die Landwirtschaft.

Aus diesem Grund empfehlen wir den Bürgerinnen und Bürgern von Kleinandelfingen, die Einzelinitiative am 14. Juni abzulehnen.